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Paartherapie BochumBirgit Baumann

Schema-Paartherapie: der Blick auf das Muster

Die meisten Paare streiten nicht über das, worüber sie zu streiten glauben. Die Schematherapie macht sichtbar, was stattdessen läuft – und was sich daran bewegen kann.

Was ist ein Schema in der Paartherapie?

Ein Schema ist ein früh erworbenes Muster aus Wahrnehmung, Gefühl und Reaktion. Es entsteht in der Kindheit und wird später von bestimmten Lagen wieder abgerufen. In Beziehungen führt es dazu, dass Sie auf einen harmlosen Satz reagieren, als ginge es um etwas Existenzielles.

Schemata sind weder Diagnose noch Störung. Jeder Mensch hat sie. Zum Problem werden sie, wenn zwei davon so ineinandergreifen, dass beide in eine feste Rolle rutschen.

Der Begriff kommt aus der Schematherapie, die Jeffrey Young aus der kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt hat. In der Paararbeit zählt weniger die Herkunft der Muster als ihre Wirkung im Hier und Jetzt.

Wie ein Muster in einer Beziehung arbeitet

Ein Paar, das es so nicht gibt, aber so ähnlich oft: Sie fragt am Abend, wie sein Tag war. Er antwortet knapp. Sie hakt nach. Er wird einsilbiger. Sie wird lauter. Er verlässt den Raum.

Beide erleben etwas anderes. Sie erlebt: „Er lässt mich nicht an sich heran, ich bin ihm nicht wichtig.“ Er erlebt: „Sie fordert etwas, das ich gerade nicht liefern kann, ich mache es wieder falsch.“

Beide Reaktionen sind aus der eigenen Geschichte heraus schlüssig. Und beide verstärken genau das, wovor die andere Person sich fürchtet: Je mehr sie nachfragt, desto mehr weicht er aus – je mehr er ausweicht, desto dringlicher fragt sie.

In der Sitzung wird dieser Ablauf zuerst sichtbar, Schritt für Schritt. Erst dann arbeiten wir an der Stelle, an der eine der beiden Personen aussteigen kann. Das ist meist nicht die Stelle, die die Beteiligten vermuten.

Wann dieser Ansatz besonders trägt

Schema-Paartherapie ist kein Allheilmittel. Bei diesen Konstellationen trägt sie erfahrungsgemäß besonders.

  • Sie führen seit Jahren denselben Streit mit wechselnden Anlässen.
  • Sie haben schon viel darüber gesprochen und wissen trotzdem nicht weiter.
  • Reaktionsmuster aus der Herkunftsfamilie tauchen in Ihrer Beziehung wieder auf.
  • Eine Person weicht aus, die andere sucht das Gespräch – und beide fühlen sich dabei im Recht.
  • Sie möchten verstehen, nicht nur Techniken lernen.

Abgrenzung: keine Diagnostik

Schema-Paartherapie diagnostiziert nicht. Es gibt keine Tests, keine Einordnung in Störungsbilder und keine Bewertung, wer von Ihnen beiden „das Problem“ hat.

Zeigt sich im Verlauf, dass bei einer Person eine behandlungsbedürftige Erkrankung im Vordergrund steht, sage ich das offen und nenne mögliche Anlaufstellen. Die Arbeit als Paar ersetzt keine Einzelbehandlung.

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