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Paartherapie BochumBirgit Baumann

Immer der gleiche Streit – weshalb das Muster hält

Weshalb sich derselbe Konflikt endlos wiederholt, welche Rolle Schemata dabei spielen und wie Sie die Stelle finden, an der ein Ausstieg möglich ist.

Von Birgit Baumann · 3 Min. Lesezeit · Illustration mit KI erstellt

Sie könnten den Streit auswendig hersagen. Der Anlass wechselt jedes Mal, der Verlauf bleibt jedes Mal derselbe. Und am Schluss steht wieder die Frage, warum Ihnen das nicht gelingt.

Der Ablauf hält fester als das Thema

Schauen Sie sich Ihre letzten fünf Auseinandersetzungen an, finden Sie wahrscheinlich fünf verschiedene Anlässe – und einen einzigen Ablauf.

Ein häufiger verläuft so: Eine Person spricht etwas an. Die andere hört einen Vorwurf und verteidigt sich. Die erste fühlt sich ungehört und wird klarer. Die zweite fühlt sich angegriffen und weicht zurück. Die erste nimmt den Rückzug als Beleg, nicht zu zählen.

Jeder einzelne Schritt ist aus Sicht der handelnden Person nachvollziehbar. Gerade deshalb hält der Ablauf so gut.

Was ein Schema ist

Menschen bilden früh bestimmte Grundüberzeugungen dazu aus, was in Beziehungen geschieht. „Wenn ich Bedürfnisse äußere, werde ich zur Last." „Wenn ich Fehler mache, bin ich raus." „Wenn ich nicht aufpasse, verschwindet die Verbindung."

Diese Überzeugungen heißen in der Schematherapie Schemata. Sie liegen nicht bewusst vor, und sie entstehen nicht durch Nachdenken. Sie melden sich als Empfindung, noch bevor irgendein Gedanke da ist.

In einer Partnerschaft stoßen zwei solcher Systeme aufeinander. Mitunter greifen sie so ineinander, dass jede Reaktion der einen Seite das Schema der anderen bestätigt. Dann entsteht genau das, was Sie kennen: ein Streit, der sich selbst weiterträgt.

Ausführlicher finden Sie das unter ständiger Streit in der Beziehung und in der Schema-Paartherapie.

Warum Vorsätze nicht ausreichen

Fast alle Paare haben es versucht: ruhig bleiben, ausreden lassen, nicht persönlich nehmen. Das gelingt – bis zum ersten Moment echter Anspannung.

Der Grund liegt in der Reihenfolge. Das Schema meldet sich früher als der Vorsatz. Bis Ihnen auffällt, dass Sie sich vorgenommen hatten, ruhig zu bleiben, stecken Sie bereits mittendrin. Der Vorsatz greift an einer Stelle, die zu spät kommt.

Der Punkt vor dem eigentlichen Punkt

Jeder wiederkehrende Streit hat eine Stelle, an der er noch umkehrbar ist. Diese Stelle liegt fast immer früher, als beide annehmen – oft im ersten Satz, manchmal bereits in der Anspannung des Tages davor.

Diese Stelle zu finden ist die eigentliche Arbeit. Sie lässt sich nicht raten, sie muss an konkreten Situationen herausgearbeitet werden. Kennen Sie sie, haben Sie zum ersten Mal eine echte Wahl – nicht mitten im Streit, sondern davor.

Was Sie zu Hause versuchen können

Nehmen Sie sich den nächsten Streit nicht als Aufgabe vor. Schauen Sie, wie er verläuft.

Halten Sie danach drei Dinge fest: Was war der Anlass? An welcher Stelle ist es gekippt? Und was hätten Sie sich in diesem Moment gewünscht?

Die dritte Antwort gibt am meisten preis. Sie lautet fast nie „dass er den Müll rausbringt", sondern eher „dass sie mir zuhört, ohne sofort zu widersprechen". Das ist nicht dasselbe Thema – und es macht verständlich, warum die Lösung des Anlasses nie gereicht hat.

Wenn Sie an den Punkt kommen, an dem Beobachten allein nicht mehr trägt, ist das kostenlose Erstgespräch der nächste Schritt.

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